
|


Kemnade-International, das «älteste Ausländerfest» in Deutschland, seit 1974 existent,
wartet in diesem Jahr mit einer eigenen Homepage auf. Zu erfahren ist auf den Seiten
nicht nur das Programm des Festivals, in diesem Jahr von Bahnhof-Langendreer organisiert,
sondern auch, dass es sich um eine «Sonderedition» des Festivals handelt. Unter dem
Motto 3 Ufer | 1 Fest findet Kemnade-International nicht mehr nur in der
Wasserburg Haus Kemnade statt, sondern verteilt sich auf drei Ufer des
Kemnader Stausees.
Die Spielstätten sind das Wittener Ufer, Haus Kemnade und das Bootshaus auf der
Bochumer Seite des Sees. Vor dem Hintergrund der knappen Haushaltslage der Städte
waren Durchführung und Fortbestand des Festivals Kemnade-International ernsthaft
gefährdet. Wie und ob es nach 2010 weitergehen wird, ist noch ungewiss.
Erstmals hat die Stadt Bochum die Organisation des Festivals an ein soziokulturelles
Zentrum abgetreten. Nicht mehr das Kulturbüro der Stadt Bochum ist mit der Organisation
beauftragt, sondern der Kulturbahnhof Langendreer.
Eröffnet wird das Festival mit einer Podiumsdiskussion in der Wasserburg:
«Musik der Welt in Förderung und Ausbildung - wie geht es weiter?»
Vielleicht kommen dort auch die Rolle und die Zukunft des Festivals zur Sprache. Denn
letztendlich fließen in Kemnade-International soziokulturelle, politische und
musikalische Vorstellungen ein und sind ein Ausdruck kulturpolitischer Bildung
im Land Nordrhein-Westfalen. Da Kemnade-International eine wichtige Rolle in der
Kultur des Reviers und des ganzen Landes NRW spielt, müsste auch das Land ein
vitales Interesse am Fortbestand des Festivals haben und diesem Interesse nicht nur
mit Worten, sondern auch mit finanziellen Zuwendungen Ausdruck verleihen.
Ob drei Ufer oder Wasserburg Haus Kemnade, das Festival muss weitergehen.
|