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Einstürzende Neubauten bei Licht besehen...Eine Fotoreportagevon Uri Bülbül Ja, genau! Die Ankündigung einer Licht-Sound-Installation vom türkischen Künstlerduo Griduo, Medienkünstler Sebastian Neitsch und von den Folkwang-Kompositionsstudenten Kerim Karaoðlu und Hendrik Dingler lockt uns des nachts hinaus. Wir stapfen über die Wiese - hier und da Gruppen von Menschen. Am Weg die Feuerwehr als Straßensperre. ![]() Spät bemerken wir die gigantischen Lautsprecher. Wir sind schon zu nahe am Gebäude, das ästhetisch durch Projektionen gesprengt oder weggebeamt werden könnte. Jo und ich könnten in etwas Okkultes geraten sein, mit Außerirdischen und so... ![]() Eigentlich völlig überflüssig, diese Fotografien im Nachhinein noch einmal mit Bildbearbeitungsfiltern zu beackern. Der Countdown läuft, und ich weiß, daß ich nicht in der Nähe der Lautsprecher sein will, wenn die Performance beginnt. ![]() Wir stapfen weiter - nun nicht mehr nur auf der Suche nach Attraktion und Sensation, sondern nach Distanz. Wir stapfen weiter - das Sanaa-Gebäude im Rücken. Ich trete in etwas Warmes, Weiches und später furchtbar Stinkendes. Hundehaufen am Fuß, die Kamera in der Hand. Irgendwann richten wir den Blick wieder auf das Objekt, um es mal in der Sprache der Immobilienhändler, Makler und Spekulanten zu sagen. Schließlich sind wir auf dem Gelände eines Weltkulturerbes: Kohle-Stahl-Weltkriege oder Macht-Politik-Weltherrschaftsträume. Was leuchtet dort in der Ferne? Ein Schlösschen oder ein Wohnheim? ![]() Der Countdown läuft, läuft ab: Ein gigantischer Star Trek Scanner nimmt das Objekt ins Visier, tastet es ab, bald wird nur noch ein Krater übrig bleiben, ein Loch ohne den Hauch einer Grundmauer. ![]() Winkt da jemand aus dem dunklen obersten Fenster rechts? Hat man jemanden aus Versehen eingeschlossen oder mit Absicht als Versuchsäffchen eingesperrt: Unser Geschenk an fremde Galaxien? ![]() Der Kollege Ziegler kämpft mit dem Stativ, ich mache meine Fotos aus der Hand. ![]() Es geht nicht um Abbildung, nicht um Dokumentation - Fotografie bleibt für mich ein Spiel mit dem Licht und mit der Dunkelheit. Belichtungszeit, Blende, Brennweite. Dunkel war's der Mond schien helle..., rezitiert Kollege Ziegler. Ich versuche die Stimmung anders einzufangen, den Mond, das Gebäude als Projektionsfläche... ![]() Gebäude als Symbole: der «Reichstag» für die Macht und Herrlichkeit des deutschen Reiches im europäischen Gerangel um imperiale Vormachtsstellung in der Welt und die Glaskuppel auf dem Dach für die Transparenz der Demokratie aus der Perspektive des preußischen Ikarus... ![]() ...das Sanaa-Gebäude für die neue Zeit auf dem alten Zechengelände. ![]() Die Akustik aus einem Science-Fiction-Film der alten Schule, technisch eindrucksvoll, ästhetisch altbekannt - ein Romantisierungsversuch der elektrifizierten Moderne... ![]() ...Hochspannung im dramatischen Sinn sähe anders aus ;-) ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |