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Rolf Adams
Nullkomma drei Grad oder fast eine geografische KatastropheEine ziemlich „vermessene“ Geschichte über vermeintliche Kausalitäten. In drei Sätzen. Satz Eins Vor langer Zeit, es mögen zehn, zwölf Jahre vergangen sein, als ich anlässlich eines Sommeraufenthaltes auf der Insel Rügen an deren östlichem Ende am Ufer stand, ließ ich, nur Spaßes halber, ein dort herumliegendes, halb vermodertes Ruderblatt, welches ich als Strandgut aufgelesen hatte, ins Wasser gleiten und mit dem Rücken zum Meer stehend, machte ich, dabei gedankenverloren die Reste der einst eine spektakuläre Kulisse bildenden Kreidefelsen betrachtend, ein paar Bewegungen, wie sie beim Steuern von Ruderbooten zur Korrektur der Richtung üblich sind (Punkt) Satz Zwei Diese kleine Episode kam mir neulich wieder in den Sinn, als ich bei der Lektüre eines international renommierten Fachmagazins für Geographie in einem als kleine Sensation herausgestellten Bericht las, dass bei routinemäßigen Vermessungen, wie sie alle zwanzig Jahre wohl weltweit üblich sind, festgestellt wurde, die Insel Rügen sei in ihrer west-östlichen Ausrichtung gegenüber den bisher bekannten Werten um 0,3 Grad, wie der Verfasser des Artikels es etwas flapsig ausdrückte, sozusagen „aus dem Ruder gelaufen“ (Punkt) Satz Drei Siedendheiß ging mir folgender Gedanke durch den Kopf: gut, dass ich mich damals nicht länger am Strand aufgehalten habe (Ausrufezeichen) Entstanden ist der kleine Text in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2010 zwischen zwei brutalen Hustenanfällen, da hatte ich plötzlich diese Idee im Kopf, und da ich ohnehin nicht schlafen konnte, stand ich auf und schrieb sie nieder. Die Geschichte widme ich Eugen Bednarek zum Trost. Sie soll zeigen, dass wir nicht immer Schuld sind am Geschehen, auch wenn es den Anschein hat. Rolf Adams
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