Die Wiedergeburt der Shamanin als power-Girl - Ein Essay über die Frage, was Umberto Eco, Casa Blanca und Lola rennt miteinander zu tun haben könnten

von Reinold Ophüls-Kashima
Reinold Ophüls-Kashima ist promovierter Japanologe und Professor an der Sophia-Universität Tokyo. Sein Lehrgebiet sind die japanische Kultur, Diskursanalyse und Japanismus. Unter anderem veröffentlichte er 1994 Comics für Mädchen (shōjo manga) und Mädchenliteratur als Phänomene der modernen Massenkultur - Eine Übersicht über neuere Publikationen.
In: Japanstudien 5. | München: iudicium Verlag. S.535-554.

Hier der Aufsatz als PDF-Datei... 1998 veröffentlichte er Yoshimoto Takaaki. Ein Kritiker zwischen Dialektik und Differenz.
Wiesbaden: Harrassowitz Verlag.
In seinem Aufsatz über "Lola rennt", "Casablanca" und Umberto Eco nennt Ophüls-Kashima den deutschen Film einen "Geniestreich", in dem der Regisseur Tom Tykwer "tief in die Schatzkiste der Archetypen und Mythen" greife:

"Lola rennt ist vielleicht der erste und vielleicht auch der letzte deutsche Film, dem das Prädikat "postmodern" vollständig zugestanden werden kann. In ihm ergießt sich zu dem von der Technomusik und der rennenden Lola vorgegebenen Tempo eine Flut von ergreifenden Mythen und "Klischees" über den Zuschauer. Im Unterschied zu Casablanca aber ist Lola rennt ein durchkomponiertes Werk, und dabei auch ein, nur bedingt als "parodistisch" zu charakterisierendes Spiel, in dem der Zuschauer einem verwirrenden Wechselbad von Dramatik, Sentiment und Komik ausgesetzt wird. Die Anklänge an die Geschichte des Films und, nicht zu vergessen, auch des Fernsehens, sind beabsichtigt und wohl durchdacht. "
Ob aber das Durchkomponierte mehr der Postmoderne entspricht als das Zufällige und Spontane von Casablanca, worüber Umberto Eco sagt:
"Unter dem Zwang, eine Handlung aus dem Stand zu erfinden, haben die Autoren kurzerhand alles hineingetan. Und um alles hineinzutun, haben sie in das Repertoire des bereits Erprobten gegriffen. [...] gerade weil die Archetypen hier alle versammelt sind, gerade weil Casablanca tausend andere Filme zitiert und jeder Schauspieler eine bereits woanders gespielte Rolle spielt, hört der Zuschauer unwillkürlich das Echo der Intertextualität. Casablanca zieht wie eine Duftwolke andere Situationen hinter sich her, die der Zuschauer in den Film hineinsieht, indem er sie unbewußt aus anderen Filmen nimmt..." sei hier erst einmal dahingestellt.
Wichtig ist, daß die Intertextualität ein Meisterwerk gebiert, wie es Reinold Ophüls-Kashima ausdrückt. Der ganze Aufsatz als PDF zum Download hier...