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Dieses hier vorgestellte Buch Dietrich Dörner Die Logik des Mißlingens Strategisches Denken in komplexen Situationen ist nicht neu. Vor achtzenh Jahren ist es erschienen und eignet sich gerade deshalb so sehr als Buchtipp heutzutage, weil das Publikum die Chance hat zu sehen, wie die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Situation sich seitdem weiter entwickelt hat. In komplexen, vernetzten und dynamischen Handlungssituationen macht unser Gehirn Fehler, heißt es auf dem Klappentext, Wir beschäftigen uns mit dem ärgerlichen Knoten und sehen nicht das Netz; wir berücksichtigen nicht, daß man in einem System nicht eine Größe allein modifizieren kann, ohne damit gleichzeitig alle anderen zu beeinflussen. Können wir etwas daran ändern? Diese Frage können wir uns heute modifiziert stellen: Warum konnten wir bis heute nichts daran ändern? Warum wirken Experten, Politiker und andere Entscheidungsträger heute machtloser denn je? Warum reicht Expertenwissen, was angeblich zu- und nicht abnimmt, nicht aus? Ist es damit hinreichend zu begründen, daß Menschen in soziologischen und ökonomischen Machtgeflechten nicht rein rational entscheiden können und weil der Gang durch die Institutionen korrumpiert? Dietrich Dörner wird auf dem Klappentext mit seiner Bemerkung zitiert: «Man kann strategisches Denken lernen. Aber: ganz einfach ist das nicht.» Das Besondere dieses Buches sind nicht die Antworten; seine eigentliche Leistung liegt darin, das Phänomen beschrieben zu haben, daß Menschen in Entscheidungssituationen dazu neigen, monokausalen und mechanischen Kausalketten zu vertrauen und Komplexität aus den Augen zu verlieren. Sie glauben immer, an archimedischen Punkten zu agieren und an zentralen Stellschrauben zu drehen. So nimmt die Logik des Mißlingens ihren verhängnisvollen und bisher nicht aufzuhaltenden Gang. Mit Dietrich Dörners Buch das Thema noch einmal ins Bewusstsein zu rücken, könnte gerade im Jahr 2010 lehrreich und interessant sein - vorausgesetzt: man hat noch eine Wahrnehmung für die Probleme und geht den zahlreichen Verblendungen eines «Yes, we can» nicht auf den Leim. |