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Mark Terkessidis: Interkultur
Mark Terkessidis, 1966 geboren, arbeitet als Publizist mit den Schwerpunkten
Popkultur und Migration. 2006 verfaßte er zusammen mit Yasemin Karasoglu ein intensiv
diskutiertes Plädoyer für mehr Rationalität in der Integrationsdebatte.
Was hat sich seit dem getan in den Vergangenen fünf Jahren? Was hat sich wirklich
bewegt? Wieviel Rationalität ist in den Umgang mit den Einwandererinnen und
Einwanderern eingekehrt? Und auch das darf gefragt werden: wieviel Rationalität
bringen die MigrantInnen selbst auf in ihrer Einstellung gegenüber ihrer
Einwanderungsgesellschaft? Wie selbstverständlich und heimisch bewegen sie sich hier
und setzen ihre Vorstellungen und Ideen um? Um diese Fragen neu zu diskutieren und die
Antworten kritisch zu prüfen, stellt Mark Terkessidis' Buch noch immer einen
Orientierungspunkt und Meilenstein dar, an dem man sich in der Diskussion durchaus
abarbeiten kann.
Ob als theoretisches Konzept oder als polemische Formel - lange Zeit bestimmte
der Begriff des Multikulturalismus die Debatte über die Einwanderungsgesellschaft.
Die stellte man sich vor wie ein Stadtteilfest mit Würstchen, Falafel und Cevapcici
- als unverbindlich-tolerantes Nebeneinander. Doch Autoren und Regisseure wie
Vladimir Kaminer oder Fatih Akin wollen nicht länger auf ihre Herkunft reduziert
werden und haben die Vorstellungen von deutscher Kultur verändert.
Daher sollten, so Mark Terkessidis, die alten Konzepte überwunden werden.
Er plädiert für eine radikale interkulturelle Öffnung.
Alle Institutionen müßten darauf abgeklopft werden, ob sie Personen,
egal welcher Herkunft, auch tatsächlich die gleichen Chancen auf Teilhabe einräumen.
Nur so können die Potentiale einer vielfältigen Gesellschaft fruchtbar gemacht werden.
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