42. 42? Quatsch! 2010!!!

Wir können die Suche nach der Weltformel, dem Sinn des Seins und des Universums inklusive schwarzer Löcher und Anomalien im Raum-Zeit-Kontinuum, einstellen. Kann sich denn überhaupt noch jemand an die Lösung in "Per Anhalter durch die Galaxis" erinnern? Feststeht, dass für die Ruhris ein epochaler Neubeginn allen Denkens, Wirkens, Lebens beginnt. Nennen wir das Kind ruhig beim Namen: rot-weiß2.0. Für die Eingewanderten und Eingeborenen des Potts gibt es eine Geheimformel: sie kann ein Häufchen Provinzballungsgebiet mit Prolwurzeln in eine Metrople à la New York, London, Paris, Tokyo, Istanbul verwandeln. Istanbul? Wieso denn jetzt Istanbul? Das Tor zum Orient und Asien, zu Russland und Moskau und Europäische Kulturhauptstadt 2010 Nr.2 oder 3? am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts und dritten Jahrtausends seit der Menschwerdung Gottes.

Aber zurück zum Ruhrgebiet: Kohle, Stahl, Schwerindustrie: Krupp, Thyssen, Panzer, Kanonen - Futter für zwei Weltkriege, die industrielle Basis jeglicher Zerstörungsgewalt, die Urpotenz Europas. Gestern noch nach Kohle gebuddelt und Stahl gekocht, damit Kaiser und Führer in einem Tausendjährigen Reich die Weltherrschaft erlangen können und heute nach Vollendung des Strukturwandels Meltingpoint und Drehscheibe der Weltkulturen.

Was bitte schön sollen da Billard spielende Aliens dieser Region anhaben können? Metropolis war gestern. Heute ist Ruhrstadt!



In Thomas Schareins Roman "Yes Ruhrstadt!" zeigt sich der außerirdische Zeremonienmeister von der Anzahl mehr als einer Milliarde Toiletten auf der Erde begeistert? Kann ein dichtes Netz von öffentlichen WCs für das Ruhrgebiet ein Motor der Tourismusbranche sein? lautet eine der Insiderfragen dieser Neuerscheinung aus der Tastatur eines literarisch begnadeten IT-Fachmanns, der sich als die Verkörperung des oben erwähnten Strukturwandels begreift:
der Roman [ist] ein toller Beweis für die Wandlungsfähigkeit einer Region, bedenkt man, dass mein Opa noch (verunglückter) Bergarbeiter auf Zeche Nordstern war und ich via IT und Kulturhauptstadtjahr bei der Literatur gelandet bin. The wind of change.
Thomas Scharein über sich selbst.
Mit seinem englisch angehauchten Humor bringt Thomas Scharein frischen Wind in den Literaturbetrieb im Pott. Und weiter sagt der Autor von sich, er sei missionarisch unterwegs. Das allerdings würde voraussetzen, dass er die Ruhris bekehren will. Um die Zukunft der Region macht er sich jedenfalls so seine Gedanken, wie es sich unter www.2010lab.tv nachlesen lässt:
Rechnet man die Entwicklung der Einkaufszentren in den letzten Jahren hoch, ist davon auszugehen, dass im Jahr 2031 etwa 2031 Einkaufszentren im dann unsichtbaren Ruhrtal beheimatet sein werden. Davon werden etwa 2000 nicht mehr wirtschaftlich-rentabel sein, die man wiederum (aus Industriezeit-Erfahrung) in Einkaufskulturkunstobjekte in Form von Theatern und Bühnen transformieren würde. Die Kaufhalle am Limbecker-Platz in der UFO-Form wäre hierzu bestens als Unesco-Weltkonsumkulturerbe KaufZeche-Limbo für imposante Science-Fiction- Schauspiele geeignet. Oder am CentrO (Gastromeile) könnte man hervorragend Ben-Hur- Wagenrennen oder Karl-May-Festspiele aufführen. Der freiluftige Ruhrpark zu Bochum mit umgebenden Feldern könnte als Kulisse für «Jenseits von Afrika» oder «Wer mit dem Grönemeyer tanzt» als Theaterstück dienen, den elektrischen Wolf spielt Wolfgang Clement. Das Rhein- Ruhrzentrum wäre per Namen ideal für Titanic als Theaterstück a la Emscher-Ruhrwood- Entertainment.
UFO-Alarm zwischen Dortmund und Essen: Aliens wollen die Erde mit einem intergalaktischen Billardspiel zerstören! Können die fußballfanatischen Bürgermeister den außerirdischen Zeremonienmeister schlagen? Oder spaltet sich die Metropole traditionell ins ultimative Mega-Chaos? Hat der Pott überhaupt das Zeug zum Happy End? Das abgefahrene, satirische Ruhrpott-Science-Fiction-Spektakel mit den absonderlichen Charakteren der wiederbelebten Kleopatra und dem Zündel-Imperator Nero reißt den Leser in einen turbulenten Handlungsstrudel mit Wahnsinn, Pommes, Terror sowie der RUHRSTADT-Diskussion.
Thomas Schareins druckfrischer Roman wird am Freitag, 30. September 2011 um 19.00 Uhr im Triple Z (Zeche Zollverein)
Katernberger Str. 107
45327 Essen-Katernberg
der Presse und dem Publikum vorgestellt.
Der Eintritt ist frei

Mit Thomas Scharein betritt ein Autor die Literaturbühne, der auf vielfältige Weise den Dialog und die Interaktion mit dem Publikum sucht. Nicht nur, dass das Publikum darüber entscheiden soll, wie die Geschichte weiter geht. Thomas Scharein hat schon viel weiter reichende Pläne: er möchte alle Leserinnen und Leser zu Mitautoren machen und der Szene des Kreativen Schreibens einen neuen Schub mit einer interaktiven Literaturplattform im Internet geben. Der IT-Mann und Literat arbeitet schon an seinem Projekt www.poetry3null.de. Dazu kann man nur noch sagen: Energie!


Thomas Scharein
Yes Ruhrstadt!
Camping-Aliens zum Billard auf Zollverein
Verlag Nicole Schmenk
ISBN: 978-3-943022-04-9


www.yes-ruhrstadt.de