Hintergründe
Das PostdramaManifest
Die Probenarbeit
Die Theorie
«Ein koffer voll Welt»

 
 
 

Das PostdramaManifest



Wir spielen das Theater der gebrochenen Stücke


Am Ende der «Großen Erzählungen» pädagogisiert das Theater nicht mehr; die Bühne ist nicht die große moralische oder politische Lehranstalt, kein bürgerliches Trauerspiel, keine Agitation und Propaganda à la Episches Theater bzw. sozialistischer Realismus. Keine Geschichte. Wir spielen ohne Sinn mit viel Verstand. Kein roter Faden wird vorgegeben, keine Botschaft konstruiert. Das Publikum ist so frei wie die Spieler auch; wer Augen hat, kann sehen; wer Ohren hat, kann hören; wem noch etwas unter die Haut gehen kann, kann fühlen. Der Sinn entsteht aus dem Spiel und ist keine rationalistische Vorgabe, keine Prinzipienreiterei, schon gar nicht eine Lehre, Message oder Botschaft. Er ist eine Kultur der Freiheit am Ende aufklärerischer Dialektik. Seine Ästhetik ist die des Sensitiven. Adieu, ihr verknöcherten Lehren großer Lehrmeister thronend auf den Lehrstühlen verkalkter Wissensbürokratie. Ein Theatervirus hat das Licht der Welt erblickt und erweckt das Theater der Grausamkeit zum Leben; nun löst sich der Schmerz von den Zeichen; der Schrei dringt aus der Kehle des gequälten Körpers, der gequälten Seele und kommt nicht aus der Vorschrift des Textes in Paranthese. Sehnsucht, Liebe, Körper, Gewalt, Aggression, Schrei, Suche, Stimme und hier und da Sprache! Alles in Allem greift das PostdramaEnsemble ins volle Leben: NACKTER WAHNSINN! Und «Ein Koffer voll Welt»!!!