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Am 06. Mai 2010 las
im Bahnhof Langendreer: studio 108
Friedrich Grotjahn
«Noch einmal flüchtig alles» Eine Retrospektive
Bahnhof Langendreer und Schreibhaus gratulierten mit einer
Lesung dem Journalisten und Schriftsteller Friedrich Grotjahn zum 75. Geburtstag.

Foto: Levi Jung von links nach rechts:
Dagmar Wolf (Bahnhof Langendreer), Friedrich Grotjahn, Uri Bülbül (Schreibhaus)
Friedrich Grotjahn blickte auf sein reichhaltiges und vielfältiges literarisches
Schaffen zurück und las aus seinen Büchern:
- Gottes Schuhgröße
- Die dritte Tafel / Trois plaques commemoratives
- Der Geschmack von Messing
- Das ausgesetzte Buch
- «Ich habe mir geschworen, nicht zu schweigen»
- Eine Gerechte und Zwei Schwestern
Außerdem referierte der Autor den Inhalt seines Buches über die Friedensfrau
Eva Bormann, die sich von einer überzeugten Nationalsozialistin zu einer
überzeugten und radikalen Pazifistin entwickelte: «Ich habe mir geschworen, nicht
zu schweigen.» Auf den Internetseiten der AG Friedensforschung der Uni Kassel
finden Sie eine Besprechung des Buches.

Darin heißt es resümierend u.a.:
Friedrich Grotjahn wurde schon vor vielen Jahren auf diese ungewöhnliche Protestantin aufmerksam. Er ist mehr als nur der Herausgeber dieses Buches. Er ist über weite Partien auch erzählender Berichterstatter, hat eine Auswahl aus den Bormann-Aufzeichnungen transkribiert, gliedernd Akzente gesetzt und einfühlsam die Texte kommentiert. Er interpretiert das, was in Eva Bormanns Innerem vorgeht und was sie fünfzehn Jahre lang mit ihrem geliebten Toten bespricht, als Erfahrungen einer Mystik, und zwar von christlicher Mystik. Denn sie erfährt dabei - und das beglückt und beseligt sie in Herz und Gemüt und sie schreibt es auch so nieder - ihren geliebten Toten als in Gottes Ewigkeit lebend und darum ihr nah. Und zugleich geht es ihr dabei zugleich um einen verantwortlichen, der realen Welt zugewandten Lebenskampf in der Nachkriegsgegenwart. Es ist möglich, dass Friedrich Grotjahn mit dem hermeneutischen Schlüssel "Mystik" Eva Bormann tiefer verstanden hat als diese sich selbst.
Auf dem Büchertisch waren zwei Neuerscheinungen anlässlich des Autoren-Geburtstages:
eine Audio-CD, auf der seine Freunde «Texte von Grotjahn für Friedrich» vorlesen,
und ein Buch als «Hommage an Friedrich Grotjahn zum 75. Geburtstag»:
Doch er erkannte sich wieder, herausgegeben von Heide Rieck und Hildegard
Mogge-Grotjahn.

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