4. Schreibhaus für Freigeister und Phantasten • «Ausbruch aus dem Hirnknast - Ohne Schule Lernen denken». 
Bildungsrealität, Bildunsgideale und Bildungsutopien



Selbstständiges Denken, freie Entwicklung und kein Zwang, Realitätsfernes sinnlos auswendig zu lernen. Klingt zwar schon ganz gut, ist aber leider noch eine Seltenheit und könnte wohl eher zum Punkt "BIldungsutopien" gezählt werden (und wahrscheinlich wird es auch immer so bleiben).

Die Realität dagegen eher ein grauer , trostloser Alltag -alles geplant,vorbereitet und fertig zum Auswendiglernen. Kein Platz für Freigeister und das im Land der Dichter und Denker! Aber die Zeiten ändern sich oder eher die Bürokraten und Bildungspolitiker ändern die Zeiten. Selbst so schnell, einfach und mit so großer Auswahl durchs Abitur gegangen legen sie den Schülern weitere Steine in den Weg. Von zusätzlichen Prüfungen, Profilstunden und zentralen Abschlüssen bis zum Streichen eines Jahres und gebundener Wahl der Leistungskurse haben sie sich viel einfallen lassen .

Unterricht ist immer weniger eine  Zeit zur Horizonterweiterung, sondern immer mehr etwas, das passiv abgesessen wird - das Nötigste wird getan und gelernt! Natürlich ist es das Einfachste, diese Problematik der Lustlosigkeit auf die heutige Jugend zu schieben- zu faul, vom Fernsehen geschädigt und, wenn man schon dabei ist, dann hat das Fastfood bestimmt auch irgendwas damit zu tun! Aber leider ist es nur in wenigen Ausnahmen das Richtige. Man sollte die Ursache für dieses Phänomen eher hinter dem Pult dieser Klassen suchen  oder in dem engstirnigen Denken, das mit Lernen sofort Schule  und mit Schule sofort das herkömmliche System assoziiert.

Doch was verbessern die Bildungsreformen an dieser Engstirnigkeit? Es werden oberflächliche Kleinigkeiten verändert und zum Aushängeschild des optimalen Lernens gemacht. Aber nur, weil man einem veralteten System einen neuen Anstrich verpasst, kann man einer Generalüberholung nicht aus dem weg gehen.

Ist Bildung und Lernen in erster Linie Schule???
Aus eigenen Erfahrungen und den 9 bis 15 Jahren, die Jeder in der Schule absitzen muss, würden wahrscheinlich die meisten Menschen im ersten Moment mit einem "Ja" auf diese Frage antworten. Aber wie wäre es für nur einen kleinen Moment, das konventionelle System zu vergessen und den Gedanken freien Lauf zu lassen, die engstirnige Realität zu vergessen...

Lernen aus Begeisterung!
Lernen aus der Begierde nach Wissen!
Lernen aus Neugierde!
Lernen aus den Erfahrungen der Bezugspersonen! 
Und langsam, durch das kurze Loslassen des Geistes kommen Zweifel auf - Zweifel an dem immer Selbstverständlichen. Und die eben noch makellose Fassade der immer so richtig scheinenden Schule fängt an zu bröckeln.
Bilder von ganz eigenen Bildungsutopien erscheinen vor dem inneren Auge des Einzelnen. Diese Gedanken und Vorstellungen dürfen nicht in den ungenutzten Hirnwindungen verschwinden und verstauben, sie sollten ausgesprochen und diskutiert werden. Aus diesem Grund ist das ganze nächste Jahr im Schreibhaus diesen Ideen gewidmet. Also hoffe ich, dass wir uns eure Unterstützung  für den Ausbruch aus dem Hirnknast sichern können und ihr uns helft,  im nächsten Jahr das Rezept für den Kuchen mit der eingebacckenen Pfeile  zu optimieren.

Lina Blank